Ausbildung Steuerfachangestellter: Was steht auf dem Lernplan?

Ausbildung Steuerfachangestellter: Was steht auf dem Lernplan?

Was lernt man in der Ausbildung zum Steuerfachangestellten? Was sind die Voraussetzungen? Wie sieht die Tätigkeit bei der Steuba GmbH Steuerberatungsgesellschaft in Frankfurt aus?

Was sind die Aufgaben des Steuerfachangestellten bei der Steuba GmbH in Frankfurt?

Allgemein kann man Steuerfachangestellte als sehr qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Steuerkanzleien bezeichnen. Sie haben die spannende Aufgabe uns als Steuerberater bei der steuerlichen Beratung der Mandanten aus Industrie, Handel, Handwerk, dem Dienstleistungsbereich sowie von Freiberuflern und Privatpersonen zu unterstützen. Hierbei geht es zum einen natürlich um die Betreuung im Buchhaltungs- und Steuerbereich aber viel mehr geht es darum, dass wir gemeinsam den Mandanten bestmöglich bei den kaufmännischen Dingen des Lebens beraten und unterstützen. Also durchaus eine interessante Aufgabe, die weit mehr ist als das was die meisten sich darunter vorstellen. Aus diesem Grunde haben wir den Weg eingeschlagen, den du vielleicht auch gerne einschlagen möchtest.

Der Kanzleiinhaber Herr Jonas ist übrigens auch Steuerfachangestellter und würde diesen Weg – eine Ausbildung als Fundament zu durchlaufen – jederzeit wieder beschreiten.

Die Steuerberaterkammer hat zwei Ausbildende interviewt, die ein wenig das Bild des Steuerfachangestellten dir näherbringt:

Was sind die wesentlichen Aufgaben, eines Steuerfachangestellten im praktischen Teil der Ausbildung?

Der Beruf des Steuerfachangestellten bietet einen interessanten, sicheren und zukunftsorientierten Arbeitsplatz mit vielfältigen Perspektiven. Die wesentlichen, die Arbeit des Steuerberaters unterstützenden Aufgaben sind:

Buchführung

Die Finanzbuchführung (auch als Finanzbuchhaltung bekannt) ist ein Teilbereich der betrieblichen Buchhaltung.
Unter Buchhaltung fasst man nicht nur die Finanzbuchführung, sondern auch die Anlagenbuchführung, die Lohnbuchführung oder die Debitoren- und Kreditorenbuchführung zusammen. Mit der Finanzbuchführung werden also betriebliche Erfolge ermittelt und die innerbetriebliche Kontrolle wird gewährleistet.

Die Aufgaben der Finanzbuchführung sind:

  • das Feststellen von Vermögen und Schulden,
    • die Dokumentation von Vermögen und Schulden und
    • die Bereitstellung von Zahlen für die Preiskalkulation.

Eine gute Einführung in das Thema bieten die Kollegen von Steuerazubi in folgendem Video:

Lohn- und Gehaltsabrechnungen

Die Lohnbuchhaltung oder auch Lohnbuchführung beschäftigt sich mit der Abwicklung der Lohn- und Gehaltsabrechnung in einem Unternehmen. Jeder Arbeitgeber ist vom Gesetzgeber zur Lohnbuchhaltung und damit zur Erstellung einer monatlichen Gehaltsabrechnung verpflichtet. Neben der Erstellung der Lohn- und Gehaltsabrechnungen hat die Lohnbuchhaltung aber einige weitere Aufgaben.

Jeder Arbeitnehmer hat ein eigenes Lohnkonto bzw. einen eigenen Datensatz in der Buchhaltung. In diesem Lohnkonto müssen verschiedene Personenstammdaten enthalten sein, beispielsweise Vorname, Familienname, Geburtstag, Wohnort und Adresse. Diese Personenstammdaten werden von der Lohnbuchhaltung gepflegt.

Wird ein neuer Mitarbeiter eingestellt, so eröffnet und pflegt die Lohnbuchhaltung ein neues Lohnkonto und meldet den Mitarbeiter zudem beim Sozialversicherungsträger an.

Die Lohnbuchhaltung ermittelt die Gesamtbezüge des Mitarbeiters, inklusive Lohn- und Lohnnebensteuern sowie die abzuführenden Sozialversicherungsbeiträge. Darüber hinaus erstellt die Lohnbuchhaltung die Entgeltabrechnungen und übergibt sie an die jeweiligen Arbeitnehmer.

Insofern: Lohnabrechnung ist eine wichtige Dienstleistung für Unternehmer und eine wichtige Tätigkeit eines Steuerfachangestellten.

Vorbereiten von Jahresabschlüssen

Du als Steuerfachangestellter unterstützt das Team und uns als Kanzleiinhaber bei der Erstellung der Jahresabschlüsse. Dies ist ein nicht unwesentlicher Teil der Aufgabe in einem Steuerbüro, da ein Jahresabschluss für einen Steuerpflichtigen eine große Bedeutung hat.

Die gesetzliche Pflicht zur Aufstellung und ggfs. Prüfung eines Jahresabschlusses betrifft viele Unternehmen und ist im Handelsgesetzbuch verankert (§§ 238 ff. HGB).
Der Abschluss der kaufmännischen Buchhaltung zum handelsrechtlichen Jahresabschluss ist die Basis des externen Rechnungswesens und dokumentiert die jährliche Zusammenstellung aller Geschäftsvorfälle. Neben der Informationsfunktion für verschiedene interne und externe Interessenten kommt dem Jahresabschluss auch die Ausschüttungsbemessungsfunktion bzgl. Gewinnausschüttungen an Anteilseigner zu.

Ein Jahresabschluss ist ein Instrument aus der kaufmännischen Buchhaltung und bildet den rechnerischen Abschluss eines Geschäftsjahres. Er enthält eine abschließende Aufstellung der Buchhaltung über Gewinnen und Verluste des abgeschlossenen kaufmännischen Geschäftsjahres in Form aller Dokumente der Rechnungslegung. Diese wird abschließend geprüft und der Öffentlichkeit vorgelegt. Kleinere Unternehmen müssen dabei lediglich eine Einkommensüberschussrechnung vorlegen, während mittelständische und große Betriebe einen vollständigen Jahresabschluss vorlegen müssen.

Der Jahresabschluss basiert auf der laufenden Buchführung eines Unternehmens und stellt eine Art jährliche Zusammenfassung dieser und des Inventars dar. Dabei wird zu allererst der Kontenabschluss vollzogen. Das bedeutet, dass die Saldi aller Haupt- und Nebenkonten aufgeführt und abschließend zusammengerechnet werden. Ihr folgt die Abschlussübersicht. In dieser werden alle Kontosalden noch einmal zusammengefasst überprüft und anschließend nach Erfolgs- und Bestandskonten aufgegliedert. Dabei beinhaltet ein Erfolgskonto alle Bewegungen, die zum Erfolg des Unternehmens beigetragen haben, aufgegliedert nach Aufwands- und Ertragsseite. Im Bestandskonto werden dagegen alle Bewegungen des laufenden Geschäftsjahres aufgeführt. Außerdem handelt es sich hier um eine fortlaufende Aufstellung, die über die zeitlichen Grenzen eines einzelnen Jahresabschlusses hinausreicht.

Bearbeiten von Steuererklärungen

Gerade das Erstellen von Steuererklärungen stellt häufig eine Herausforderung dar. Eine Steuererklärung unterscheidet sich wesentlich, je nachdem, ob es sich um eine Steuererklärung für ein Unternehmen oder für Privatpersonen handelt. Darüber hinaus sind viele Sonderfälle möglich.

Wenn du als Steuerfachangestellter in deiner Ausbildung eine Einkommenssteuererklärung für Arbeitnehmer erstellst, werden nur der Mantelbogen sowie die Anlage N für Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit ausgefüllt. Je nach Situation des Mandanten musst du dich darüber hinaus jedoch noch mit anderen Anlagen beschäftigen, um diesem weitere steuerliche Abzüge zu ermöglichen.

Als Steuerfachangestellter ist es also wichtig, dass du dich mit der individuellen Situation der Mandanten vertraut machst und dir einen Weg durch den Anlagendschungel bahnst. Das deutsche Steuerrecht ist für viele Privatpersonen ein unübersichtliches Labyrinth, so dass deine Beratung und Unterstützung für sie eine große Hilfe darstellen kann.

Wie lange dauert die Ausbildung eines Steuerfachangestellten und welche Themen werden in der Berufsschule behandelt?

Die Ausbildung zum Steuerfachangestellten dauert drei Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen (Allgemeine Hochschulreife, nachgewiesene Fachhochschulreife, vergleichbarer kaufmännischer Ausbildungsberuf) kann die Ausbildungszeit verkürzt werden.

Neben der Ausbildung des Steuerfachangestellten in unserer Steuerkanzlei in Frankfurt besuchen unserer Auszubildenden in der Regel zweimal wöchentlich die Berufsschule und ggf. ergänzende Ausbildungsmaßnahmen (z.B. ausbildungsbegleitender Unterricht, Prüfungsvorbereitungslehrgänge).

Berufsbezogene Unterrichtsfächer in der Berufsschule

  • Allgemeine Wirtschaftslehre
  • Steuerlehre
  • Rechnungswesen
  • Datenverarbeitung

Berufsübergreifende Unterrichtsfächer in der Berufsschule

  • Politik
  • Deutsch
  • weitere Fächer

Prüfungen
Im zweiten Ausbildungsjahr wird eine Zwischenprüfung abgelegt.

Die Abschlussprüfung umfasst drei Klausuren (Steuerwesen, Rechnungswesen, Wirtschafts- und Sozialkunde) und das mündliche Fach Mandantenorientierte Sachbearbeitung.

Welche Themen sollen Dir als Steuerfachangestellter insbesondere im Steuerbüro in der Praxisphase vermittelt werden?

Es sind folgende Fertigkeiten und Kenntnisse im Rahmen der Ausbildung zum Steuerfachangestellten zu vermitteln:

1. Ausbildungspraxis
Bedeutung, Stellung und gesetzliche Grundlagen der steuerberatenden und wirtschaftsprüfenden Berufe
Personalwesen, arbeits- und sozialrechtliche Grundlagen
Arbeitssicherheit, Umweltschutz und rationelle Energieverwendung

2. Praxis- und Arbeitsorganisation
Inhalt und Organisation der Arbeitsabläufen
Kooperation und Kommunikation

3. Anwenden von Informations- und Kommunikationstechniken

4. Rechnungswesen
Buchführungs- und Bilanzierungsvorschriften
Buchführungs- und Abschlusstechnik
Lohn- und Gehaltsabrechnung
Erstellen von Abschlüssen

5. Betriebswirtschaftliche Facharbeit
Auswerten der Rechnungslegung
Finanzierung

6. Steuerliche Facharbeit
Abgabenordnung, Umsatzsteuer
Einkommensteuer, Körperschaftsteuer
Gewerbesteuer, Bewertungsgesetz

*Der Ausbildung liegt die „Verordnung über die Berufsausbildung zum Steuerfachangestellten / zur Steuerfachangestellten“ vom 9.5.1996 zu Grunde.

Welche Prüfungen müssen während der Ausbildung zum Steuerfachangestellten abgelegt werden?

Während der Berufsausbildung zum Steuerfachangestellten wird zur Ermittlung des Ausbildungsstandes am Ende des zweiten Ausbildungsjahres eine Zwischenprüfung durchgeführt. Die Teilnahme an der Zwischenprüfung ist Zulassungsvoraussetzung für die Abschlussprüfung. Über die Teilnahme wird von der Steuerberaterkammer Hessen, Frankfurt am Main, eine Bescheinigung mit der von dem Prüfling erzielten Note ausgestellt.

Der Prüfling hat das Recht, eine nicht bestandene Abschlussprüfung zwei Mal zu wiederholen. Um zur Wiederholungsprüfung zugelassen zu werden, ist es nicht notwendig, dass der Auszubildende die Ausbildungszeit verlängert bzw. in einem Ausbildungsverhältnis steht. Auszubildende sind für die Teilnahme an Prüfungen (Zwischen-, Abschluss- und ggf. Wiederholungsprüfungen) freizustellen. Dies betrifft nicht nur die reine Prüfungszeit, sondern auch die Zeit, die für die Wegstrecke benötigt wird. Für Auszubildende unter 18 Jahren wird diese Regelung noch erweitert. Der Arbeitgeber hat den Jugendlichen auch an dem Arbeitstag freizustellen, der der schriftlichen Abschlussprüfung unmittelbar vorangeht. Die Statistik über die Abschlussprüfung der SBK wird in der KammerInfo veröffentlicht

Wie ist die schriftliche Prüfung des Steuerfachangestellten aufgebaut? Was sind die Prüfungsfächer?

Die schriftliche Prüfung der Steuerfachangestellten beinhaltet 3 Klausuren aus den 3 fachlichen Bereichen und erstreckt sich über zwei Tage. Jede dieser Klausuren und die mündliche Prüfung fließen jeweils zu ¼ in die Abschlussnote ein.

Die Prüfungsfächer und Klausuren sind

  • Steuerwesen (150 Minuten lang)
  • Rechnungswesen (120 Minuten lang)
  • Wirtschafts- und Sozialkunde (90 Minuten lang).

In der Regel werden die Fächer „Rechnungswesen“ und „Wirtschafts- und Sozialkunde“ an einem Tag und das Fach „Steuerwesen“ an einem zweiten Tag geprüft.

Die schriftliche Prüfung der Steuerfachangestellten wurde 2012 das erste Mal in einem bundeseinheitlichen Prüfungsverbund durchgeführt. Dabei haben sich 13 Steuerberaterkammern zusammengeschlossen (siehe auch die Übersicht über die Prüfungstermine).

Diese einheitliche Prüfung soll die Leistungen der Steuerfachangestellten bundesweit vergleichbarer machen und die Kontinuität und Verlässlichkeit in Bezug auf die Prüfungsanforderungen verbessern.



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